Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf globaler Ebene? Wie stark ist der Alpenraum betroffen?  Hier findet ihr die Infos.

 

97 % aller Wissenschaftler, die sich mit der Entstehung und den globalen Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen machen anthropogene Ursachen für die globale Erwärmung verantwortlich. Die atmosphärische Konzentration der Treibhausgasemission (THG) – Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) – ist so hoch, wie seit 800 000 Jahren nicht mehr. Unsere von fossilen Brennstoffen getriebenen Volkswirtschaften und die ständige wachsende Weltbevölkerung sind der Hauptgrund dafür.

 

Der Klimawandel findet bereits statt, denn jedes der letzten drei Dekaden war wärmer als das letzte. In Österreich war das Jahr 2014 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1768. Die Meeresspiegel steigen, die arktische Eisdecke schrumpft weiter und die Ernteerträge nehmen in vielen Teilen der Welt ab. Extreme Wetterereignisse (Stürme, Dürren und Hochwasser) werden in Zukunft zahlreicher werden.

 

Der Alpenraum war vom Klimawandel bis jetzt stärker als andere Regionen betroffen. So wurde in den österreichischen Alpen ein höherer Temperaturanstieg als im globalen Vergleich gemessen. Laut Klimamodellen ist in den nächsten Jahrzehnten mit noch größeren Veränderungen zu rechnen, einschließlich einer Abnahme der Schneedecke in niedrigen Lagen, eines Abschmelzen der Gletscher und Permafrostgebiete in höheren Lagen, sowie Veränderungen der Temperatur und Niederschlagswerte.Diese Klimaänderungen wirken sich auf ein System aus, das nicht nur von entscheidender wirtschaftlicher und ökologischer Bedeutung ist, sondern auch so schon durch ein breites Spektrum von Naturgefahren und ökologischen Belastungen bedroht ist. Deshalb ist es enorm wichtig, dass sich die Alpenländer an die Folgen des Klimawandels anpassen.

 

Bei den derzeitigen klimatischen Verhältnissen gelten 91 % der alpinen Skigebiete in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz als von Natur aus schneesicher. Die übrigen 9% werden bereits unter Grenzbedingungen betrieben. Die Schneesicherheit der Skigebiete würde bei einer Klimaerwärmung von 1°C auf 75 %, um 2°C auf 61 % und um 4°C auf 31 % zurückgehen. Dies ergab die erste systematische länderübergreifende Analyse der Schneesicherheit in den Alpen im Kontext des Klimawandels, in der über 80% der Skigebiets-Fläche erfasst wurden.

 

Die (Winter-)Tourismusbranche hat auf die Veränderungen reagiert und eine Reihe von technologischen und verhaltensbezogener Anpassungsmaßnahmen umgesetzt. Die wichtigste Anpassungsstrategie ist die Erzeugung von Kunstschnee. Diese zieht allerdings eine hohen Ressourcenverbrauch (Wasser, Energie) mit sich. Weitere Maßnahmen sind die Pistenpräparierung, eine Verlegung der Skipisten in höhere Lagen und der Schutz der Gletscher durch weiße Kunststoffplanen. Diese Anpassungsstrategien sind mit Kosten verbunden und diese haben ihre Grenzen.

 

Die Erzeugung von Kunstschnee ist aus finanzieller Sicht rentabel, jedoch beziehen sich die entsprechenden Kostenkalkulationen nur auf die direkten finanziellen Kosten für den Skibetrieb, d.h. potenzielle Externalitäten im Bezug auf Wasser- und Energieverbrauch, Landschaft und Umwelt bleiben unberücksichtigt. Die Kosten für die Schneeerzeugung werden bei zunehmenden Temperaturen nichtlinear steigen und sollten sich die Umgebungstemperaturen über einen bestimmten Grenzwert erhöhen, wird es einfach nicht mehr möglich sein die Skipisten künstlich zu beschneien.

 

Doch wir wollen nicht unser gesamtes wirtschaftliches und gesellschaftliches System in Frage stellen. Kohlekraftwerke haben uns den derzeitigen Wohlstand gebracht, Autos mit Verbrennungsmotoren bieten uns seit über 100 Jahre Komfort und Mobilität und durch die Globalisierung haben sich viele Möglichkeiten (Erasmus, Karriere, Reisen etc.) ergeben.

Allerdings wird es ein „business-as usual“ nicht mehr geben! Die Transformierung unseres derzeitigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systems hin zu einer ökonomisch-ökologischen Zukunft ist DIE Herausforderung des 21. Jahrhunderts! Und es gibt gute News – wir haben alle verfügbaren Technologien und Möglichkeiten dazu!

Das viel propagierte wirtschaftliche Wachstum wird durch eine solche Umstellung nicht stark beeinflusst werden, ganz im Gegenteil, denn es werden viele neue Jobs entstehen und die Wertschöpfung nicht in den Mittleren Osten fließen, sondern in der Region bleiben. Doch wir müssen gemeinsam handeln, um etwas großes zu erreichen.

Wir müssen unsere Energieversorgung auf erneuerbare Energien (Wasser, Sonne, Wind etc.) umstellen und den Ausstoß von CO2 bis zum Jahr 2050 stark einschränken. Das Ziel muss sein, bis zum Ende des Jahrhunderts ein „Zero-Emission System“ zu etablieren.